Intensivgruppe Neuroresonante Regulation
Angebot:
Das Angebot kann im Rahmen und als Teil einer psychotherapeutischen Kassenbehandlung wahrgenommen werden.
In drei intensiven Gruppenterminen werden körperlich-affektive Regulationsfähigkeiten gezielt aufgebaut und eingeübt, (je zwei 100-minütigen Gruppeneinheiten: 14.30-18.30 mit einer Pause). Gruppenübungen und individuelle Arbeit werden dabei miteinander verschränkt. Außerdem wird ein Verständnis über die Wirkmechanismen vermittelt und der Transfer in den Alltag vorbereitet und über die drei Gruppentermine hinweg begleitet.
Das Vorgehen ist stabilisierend und traumasensibel. Der Gruppenkontext dient dem gemeinsamen Lernen und Einüben.
Die Gruppe arbeitet mit Methoden der Neuroresonanten Prozessarbeit (NERPA), einem körperlich-affektiven Ansatz, der von Wanja Kunstleben auf Grundlage aktueller neurobiologischer Forschung zu Affektsystemen und kortikalen Netzwerken entwickelt wurde. Das Vorgehen ist in der klinischen Praxis erprobt und baut auf etablierten Erkenntnissen der Affektneurowissenschaft, der Traumaforschung und der körperbasierten Psychotherapie auf. Es stützt sich daher auf bewährte Methoden und integriert sie neu.
NERPA ist kein eigenständiges Richtlinienverfahren, sondern ein methodisches Angebot zur Vertiefung und Ergänzung laufender psychotherapeutischer Behandlungen. Die eingesetzten Techniken zielen ausschließlich auf die Stärkung körperlich-affektiver Regulationsfähigkeiten – es findet keine Traumaexposition und keine gruppendynamische Arbeit statt.
Was bedeutet Neuroresonanz?
Neuroresonanz ist ein neuer Begriff. Er beschreibt die Idee, dass Affekte primär keine Dämpfung brauchen, sondern eine Antwort. Auf neuronaler Ebene bedeutet das, Affekte und übergeordnete Verarbeitungsprozesse in eine stimmige Antwortbeziehung zu bringen. Die neuroresonante Therapie verbindet dazu körperbasierte Übungen mit spezifischen Aufmerksamkeitslenkungen und gedanklichen Orientierungen. Sie ermöglicht auf diese Weise eine stimmige „Kopplung“ zwischen Affektsystemen und kortikalen Netzwerken. Diese Kopplung entfaltet eine neuronale Tiefenwirkung.
Verankerung der Kopplung
In der neuroresonanten Therapie synchronisieren und „koppeln“ wir auf diese Weise drei spezifische Achsen. Diese Kopplung kann integriert, mit „Mini-Ankern“ in Alltagssituationen abgerufen und dauerhaft stabilisiert werden.
Was unterscheidet die neuroresonante Regulation von einer reinen Regulationstechnik?
Zum einen setzt die Neuroresonante Prozessarbeit (NERPA) nicht primär am autonomen Nervensystem an. Sie zielt vielmehr auf die Systeme des zentralen Nervensystems. Sie arbeitet sozusagen direkter „on a brain level“.
Außerdem arbeitet NERPA mit einem Prozessmodell, das neuroresonante Regulation ganzheitlich in den Bewusstseinsprozess einbettet. Regulation bleibt dadurch kein isoliertes Geschehen, sondern wird auf der Resonanz- und Präsenzebene des Erlebens aufgegriffen und integriert.
Ziel:
Ziel ist es, Belastungszustände nicht mehr nur auszuhalten, sondern sie aktiv beantworten und regulieren zu können:
- schneller wieder „bei sich ankommen“
- körperliche Sicherheit herstellen
- handlungsfähig bleiben in Belastung
- Stärkung der eigenständigen Selbstregulationsfähigkeit
In der neuroresonanten Therapie sprechen wir hierbei von Resynchronisationskompetenz. Das beschreibt die Fähigkeit, sowohl aus deregulierten Zuständen wieder zurück zu finden, als auch, sie abzufangen, bevor sie eskalieren.
Voraussetzung:
- Vorgespräch zur Indikationsklärung oder Empfehlung durch Gruppenleiter
- Einbindung in eine laufende tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie
- Einverständnis der fallführenden Behandler:in und Klärung der Abrechnung
- Verbindliche Teilnahme an allen drei Terminen (siehe Anmeldeseite)